Neben Methoden wie Scrum und Kanban, dem agilen Manifest mit seinen zugehörigen Werten, Prinzipien und Haltungen (Mindset), hat Agile auch eine zusätzliche Dimension, die unerlässlich ist: das Embodiment. Auf wenn es sich auf Deutsch zunächst etwas fremd anhört, so ist Verkörperung doch genau der richtige Ausdruck. Etwas, das wir als moderne westliche Gesellschaft völlig verloren haben, aber für das nachhaltige Leben und Fühlen agiler Werte und Prinzipien unerlässlich sind.

 

Agile zielt darauf ab, das Gefühl des Chaos während des Wandels in etwas zu verwandeln, das kontrollierbarer ist und sich gut anfühlt. Im Allgemeinen sind agile Teams agiler, produktiver, kreativer und lernen schneller als Teams, die nicht auf agilen Prinzipien, Praktiken und Denkweisen basieren.

 

Und doch bewirkt Agile oft nicht den erhofften nachhaltigen Wandel. Unerwünschtes Verhalten tritt gerade in Krisenzeiten wieder auf, woraufhin eine Kultur der Unsicherheit, Macht, Angst und Feigheit entsteht. Agile in seiner jetzigen Form kann diesen Kreis nicht durchbrechen. Wie ist das möglich?

 

Mind-Heart-GutAgile Transformationen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Spitze der agilen Pyramide und werden oft nach ein bis zwei Jahren als Projekt abgeschlossen. Die aktuelle agile Pyramide ist jedoch buchstäblich nur die Spitze des Eisbergs.

Auch nach der „agilen Transformation“ konzentrieren sich viele große Unternehmen noch immer primär auf „Hauptthemen“ wie kurzfristige Ergebnisse, Effizienz und Kennzahlen, die eine (scheinbare) Kontrolle zeigen. Dinge wie ein Zweck und Werte werden aufgeschrieben, aber niemand fühlt sie wirklich als solche. Weil sie oft aus dem „Kopf“ geschrieben werden, um die rationalen Ziele zu erreichen und nicht aus dem Herzen. Da diese Verbindung zwischen Kopf und Herz fehlt, fehlt es oft an Mut und Intuition. So können die Dinge ihren Lauf nehmen, und die Menschen sind überrascht, zum Beispiel von dem, was sie tatsächlich empfunden haben, aber wie um alles in der Welt bekommt man das in einem KPI? Und wenn prädiktive Daten zur Verfügung stehen, fehlt oft der Mut, einen anderen Weg zu gehen.

 

Agile kann nur dann dauerhaft verankert werden, wenn auch das agile „Heart & Guts“ (Herz und Bauch) trainiert und betreut wird. Eine Organisation (zu lesen als: Management, Mitarbeiter, Teams) muss in ihren Fluss geraten, um ihren Kopf frei zu machen und so das Gefühl der Kontrolle loslassen zu können. Nur so ist es möglich, auf eine wirklich kreative und verbindende Weise zusammenzuarbeiten.

 

Für kurze Zeit kann dieser Ablauf in Workshops, Schulungen und Meetings erfolgen, z.B. durch Serious Play Sessions mit Lego, unter anderem.

 

Auf nachhaltige Weise muss dies jedoch auf eine andere Weise geschehen, z.B. durch die Anwendung von Führungsübungen, wie sie von Spitzensportlern vor oder während eines wichtigen Wettkampfes angewendet werden. Du kannst dies nutzen, um Deinen Körper und Geist auf eine fokussierte und natürliche Weise in einen Fluss zu bringen, in dem Kopf, Herz und Bauch in Harmonie miteinander arbeiten.

 

Genau wie der Spitzensport erfordert es viel Training, um diesen Strömungszustand zu erreichen, wenn es darauf ankommt. Anouk Brack, eine bekannte Leadership Emboiment-Trainerin, Coach und Autorin, erwähnt in ihren Publikationen die folgenden Tipps zur somatischen Intelligenz:

 

  1. Achte immer auf komplexe Situationen, sowohl zwischenmenschlich als auch in der Arbeit und Ausbildung.
  2. Gehe bewusst mit den Problemen und Herausforderungen des Lebens durch Reflexion, Dialog und Therapie um.
  3. Sei Dir deines inneren Seinszustandes bewusst und stelle sicher, dass Du wächst, indem Du in der Lage bist, eine feinere Unterscheidung zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen zu treffen.
  4. Habe eine starke Absicht, Dich weiter zu entwickeln.
  5. Sei offen und bereit, einen neuen Rahmen zu schaffen, um komplexe Situationen besser zu verstehen.
  6. Pflege eine offene und freundliche Persönlichkeit.
  7. Tauche ein in Spitzenerfahrungen und breitere Bewusstseinszustände, zum Beispiel durch ein Meditationsretreat oder ein Leadership Embodiment Training.
  8. Aufbau eines kognitiven Rahmens für das Potenzial der psychologischen Entwicklung, um besser zu verstehen, wo Du und andere auf dieser „Karte“ der Entwicklung stehen.
  9. Das Lesen über integrale Theorie und Spiral Dynamics kann helfen, zum Beispiel bei in Reinventing Organizationsvon Laloux und Evolutionary Leadershipvon Peter Merry.
  10. Viel mit Menschen zu tun haben, die auch an der Selbstentwicklung beteiligt sind, auch im Dialog stehen.
  11. Übe täglich Techniken zur Verbesserung des inneren Bewusstseins wie zentrieren, Achtsamkeit und Meditation.
  12. Regelmäßige Selbstreflexion, z.B. durch den Einsatz vonAction Inquiry, einer Methode des transformativen Lernens.
  13. Aufbau einer ganzheitlichen Praxis: Arbeite daran, Dich gesund zu halten und Dich auf körperlicher, emotionaler, mentaler und spiritueller Ebene weiterzuentwickeln.
  14. Arbeit an der Integration von psychologischen Projektionen und Schattenelementen und der Heilung psychischer und emotionaler Wunden aus der Vergangenheit.
  15. Interkulturelle Erfahrungen haben
  16. Kultivieren einer Persönlichkeit, die neugierig auf neue Erfahrungen ist, die es wagt zu experimentieren und unkonventionelle Dinge erforschen will.

 

Mehr Informationen:

http://anouka.nl

http://centreforembodiedwisdom.com